DDR5-Preise in Japan steigen um 760 Prozent

Der japanische Markt für Computerkomponenten verzeichnet eine drastische Verteuerung von Arbeitsspeicher des Typs DDR5. Laut lokalen Händlern und Preisvergleichsportalen sind einzelne Modelle seit Jahresbeginn um 760 Prozent teurer geworden.

DDR5-Preise in Japan steigen um 760 Prozent
Foto: Muse

Besonders deutlich fällt der Anstieg im Hochleistungssegment aus. Ein Kit aus zwei Modulen mit insgesamt 128 Gigabyte (2x64GB) hat die Marke von 2.870 US-Dollar überschritten, sodass der Bau eines leistungsstarken PCs für viele Käufer unerschwinglich geworden ist.

Fachleute nennen mehrere Ursachen. Zunächst verlagern die Hersteller von DRAM-Chips einen großen Teil ihrer Kapazitäten auf margenstarken HBM-Speicher, der in KI-Beschleunigern zum Einsatz kommt. Dadurch sinkt direkt die Menge der für Endverbraucher bestimmten Module.

Zusätzlichen Druck übt die Schwäche des japanischen Yen gegenüber dem Dollar aus. Der Import von Elektronik wird für lokale Distributoren teurer, und der Unterschied wird an die Kunden weitergegeben.

Verschärft wird die Lage durch die sich selbst verstärkende Preisdynamik. Angesichts der Knappheit kalkulieren Distributoren Risiken künftig steigender Einkaufspreise ein, während Käufer aus Angst vor weiteren Preiserhöhungen Vorräte anlegen. Die Nachfrage von Spielern und Datenverarbeitungsfachleuten übersteigt weiterhin das Angebot.

Analysten schließen nicht aus, dass der japanische Markt zum Maßstab für andere Länder wird. Dies gilt, falls es in den kommenden Quartalen nicht gelingt, das Gleichgewicht zwischen der Produktion von Verbraucherspeicher und von Komponenten für KI-Beschleuniger wiederherzustellen.