Enlightenment 0.28 erscheint mit PipeWire-Unterstützung
Das Projekt Enlightenment hat die Desktop-Umgebung Enlightenment 0.28 veröffentlicht. Die vorherige Version erschien vor fast zwei Jahren. Die Umgebung basiert auf der Bibliothekssammlung EFL (Enlightenment Foundation Library) und den Elementary-Widgets; der Quellcode ist in C geschrieben und steht unter der BSD-Lizenz.

Der Desktop von Enlightenment besteht aus einem Dateimanager, einem Widget-Set, einer Leiste zum Starten von Anwendungen und grafischen Konfigurationswerkzeugen. Damit lassen sich das Erscheinungsbild ändern sowie virtuelle Desktops, Schriften, Bildschirmauflösung, Tastaturbelegung und Lokalisierung einstellen. Auch eine Feinabstimmung ist möglich: Caching, Grafikbeschleunigung, Energieverbrauch und die Arbeitsweise des Fenstermanagers lassen sich anpassen.
Der Funktionsumfang wird über Module (Gadgets) erweitert, das Aussehen über Designs. Verfügbar sind Gadgets für einen Kalender mit Terminplaner, die Wettervorhersage, die Systemüberwachung, die Lautstärkeregelung und die Akkuladeanzeige. Die Komponenten von Enlightenment sind nicht fest miteinander verbunden und können daher in anderen Projekten sowie für spezialisierte Oberflächen, etwa für Mobilgeräte, genutzt werden.
Die neue Version unterstützt den Audio-Server PipeWire, wobei PulseAudio weiterhin funktioniert, und bietet eine erste Unterstützung für die Plattform NetBSD. Neu ist ein NetworkManager-Modul zur Einrichtung von Verbindungen über WLAN, Ethernet, Bluetooth und VPN; NetworkManager und ConnMan werden automatisch erkannt. Die Dialoge für die Verbindungsliste und die WLAN-Konfiguration wurden überarbeitet. Hinzu kamen Anzeigen für Datenverkehr, WLAN-Sicherheitsmodus und Signalstärke, die Ansicht von Verbindungsdetails, der Import von VPN-Einstellungen und die Abfrage von Zugangsdaten. Auch die Arbeit mit Captive Portals wurde verbessert.
Ein neues Modul verwaltet die Zwischenablage, speichert deren Verlauf und erlaubt das Löschen einzelner Einträge; zudem werden Änderungen der Zwischenablage und Textmarkierungen besser erfasst. Um die Lebensdauer des Akkus zu verlängern, kann nun eine Obergrenze für den Ladestand festgelegt werden. Außerdem werden über ACPI bereitgestellte Energieprofile der CPU unterstützt, und bei ausgeschaltetem Bildschirm werden Statusabfragen seltener durchgeführt.
Unter X11 lassen sich Verzögerung und Wiederholrate beim Gedrückthalten einer Taste einstellen. Hinzu kommen der visuelle Effekt Roll Up für das fließende Minimieren von Fenstern, ein schnelleres Umschalten zwischen Fenstern und erweiterte Steuerungsmöglichkeiten für den Bluetooth-Adapter. Die Unterstützung separater Profile für verschiedene Desktops und Bildschirme wurde entfernt.
Gleichzeitig wurde die Bibliothekssammlung EFL 1.29 veröffentlicht, mit der sich kompakte und leistungsfähige grafische Oberflächen erstellen lassen. Die Bibliotheken kommen in Unterhaltungselektronik und mobilen Geräten zum Einsatz: Sie sind Bestandteil der Plattform Tizen und werden in Produkten von Samsung, Electrolux, ProFUSION, Free.fr und Calaos verwendet. Die neue Version nutzt Meson 0.60 für den Build, verbessert die Unterstützung für BSD, Windows und Wayland und bringt ein PipeWire-Backend, eine neue API für die Audioausgabe, AVX2-Optimierungen sowie einen neuen OpenGL-Renderer mit Verläufen und Compositing. Die Engine auf Basis von DirectDraw gilt nun als veraltet.