Chery stellt eigene Ziwei-Chipreihe vor und startet die Massenproduktion
Der Autohersteller Chery hat am 20. Oktober auf der globalen Innovationskonferenz erstmals die Familie eigener Mikrochips Ziwei präsentiert. Nach Angaben des Unternehmens läuft die Serienfertigung bereits.

Die Produktlinie besteht aus drei Bereichen. Die Serie C umfasst zentrale Rechenprozessoren, die Serie S deckt Fahrzeugkomponenten auf Basis von Siliziumkarbid ab, und die Serie M beinhaltet Steuerchips für Fahrzeuge. Darüber hinaus zeigte das Unternehmen fünf Gehäusevarianten, die in der gesamten Modellpalette der Marke zum Einsatz kommen sollen.
Als Flaggschiff im Rechenbereich gilt der Ziwei C100, der für die lokale Ausführung von Systemen der physischen künstlichen Intelligenz ausgelegt ist. Den auf der Veranstaltung genannten Daten zufolge erreichen die Prozessoren in der Zweichip-Konfiguration eine Leistung von 1000 Tausend DMIPS, während die beiden Neuronalen Einheiten des Fahrzeugs zusammen 2400 TOPS liefern. Die Speicherbandbreite beträgt 600 GB/s. Das Unternehmen erklärt, die Plattform sei dafür konzipiert, ein Modell der physischen Welt mit 100 Milliarden Parametern im Fahrzeug zu betreiben.
Im zweiten Bereich wurde der Leistungschip Ziwei S1500 auf Siliziumkarbid-Basis vorgestellt. Er ist für eine Spannung von 1500 V ausgelegt, was laut Chery die höchste Spannungsklasse in der Automobilbranche darstellt. Der Ausgangsstrom des Moduls erreicht 1450 A.
Zu den angegebenen Merkmalen zählen ein spezifischer Durchlasswiderstand von 2,0 mOhm pro Quadratzentimeter, eine maximale Betriebstemperatur von 200 °C und eine Kurzschlussfestigkeit von 2 Mikrosekunden. Der Spitzenwirkungsgrad liegt bei mindestens 99,6 %. Laut Unternehmensangaben erfüllt das Bauteil die Anforderungen der funktionalen Sicherheit nach ASIL-D und wird in elektrischen Antriebssystemen eingesetzt.
Außerdem teilte Chery den Übergang zur Massenfertigung auf 8-Zoll-Siliziumwafern mit. Dadurch sollen die Produktionskosten sinken.
Detaillierte Angaben zu den Steuerchips der Serie M sowie Informationen zu den fünf Gehäusevarianten hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht.