DDR6-Speicher könnte einen 192-Bit-Bus erhalten
Das deutsche Fachportal 3DCenter hat einen Analysebeitrag über die Besonderheiten des künftigen Arbeitsspeicherstandards DDR6 veröffentlicht. Die Experten haben die Pläne führender DRAM-Hersteller untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass der neue Speicher statt der gewohnten 128 Bit mit einem 192 Bit breiten Bus ausgestattet sein könnte.

Beim aktuellen Standard DDR5 ist jeder 64-Bit-Kanal in zwei 32-Bit-Subkanäle unterteilt. Desktop-Prozessoren arbeiten in der Regel im Dual-Channel-Betrieb, wodurch sich eine Gesamtbusbreite von 128 Bit ergibt.
Mehrere Quellen berichten jedoch, dass bei DDR6 Subkanäle mit einer Breite von 24 Bit zum Einsatz kommen sollen. Eine vergleichbare Lösung wird bereits beim Mobilspeicher LPDDR6 verwendet. Aus solchen Subkanälen lässt sich kein 128-Bit-Bus zusammensetzen. Würde die Anzahl der Subkanäle wie bei DDR5 beibehalten, läge die Gesamtbreite bei nur 96 Bit, was für Desktop-Systeme als unzureichend gilt.
Aus diesem Grund gehen die Autoren von 3DCenter davon aus, dass die Basiskonfiguration für Desktop-Computer ein 192-Bit-Bus aus acht Subkanälen mit jeweils 24 Bit sein wird. Die Analysten betonen, dass dieser Übergang erhebliche Anpassungen sowohl bei Mainboards als auch bei Prozessoren erfordern wird.
Als optimale Lösung für die neuen Plattformen nennen die Fachleute Module im Format CAMM2, da bereits ein einziges Modul ausreicht, um die 192-Bit-Schnittstelle vollständig auszunutzen.
Die Kombination aus hoher Datenübertragungsrate von bis zu 17 600 MT/s und einem breiteren Bus dürfte die Speicherbandbreite deutlich steigern. Nach Einschätzung der Spezialisten wird dies die Leistung von Systemen der nächsten Generation bei lokalen KI-Anwendungen spürbar verbessern und integrierte Grafiklösungen vom Typ APU beschleunigen. Der Zuwachs bei der Spieleleistung von Prozessoren dürfte hingegen weniger ausgeprägt ausfallen.